Pizza in Camaiore

Wo bekommt man nun in Camaiore gute Pizza? Vor allem natürlich auf der Terrasse von Casa Berti, vorausgesetzt, man versteht Pizza zu backen. Und dann auch noch an vielen Plätzen, denn es gibt mehr als 15 Pizzerien in Camaiore. Unser derzeitiger Favorit ist „Vado e Torno“, die Pizzeria von Simone Galeotti, gelegen am Ortsausgang von Vado. Fährt man von Casa Berti bzw. Greppolungo oder Casoli in die Stadt Camaiore, kommt man automatisch daran vorbei. Die Einrichtung atmet hier keinesfalls den Hauch der Geschichte (wie man es in anderen Lokalitäten in Camaiore, die in 1000-jährigen Gebäuden untergebracht sind, durchaus haben kann!).  Das moderne Gebäude und die recht sachliche Einrichtung können aber den Appetit auf die außerordentlich gute Pizza nicht schmälern. Wie viele italienische Pizzerien, hat Simone nicht nur zehn oder zwanzig, sondern mehr als 100 verschiedene Pizzasorten im Programm.

 

 

Was kostet eine Pizza?

Das Material für eine Pizza ist denkbar preisgünstig, um nicht zu sagen: billig. Der Hefeteig für eine Pizza kostet weniger als 10 ct, Tomatensoße 15 ct, und einen Euro rechnen wir für den Belag, der dann sogar üppig ausfällt: Käse, Schinken, Zwiebeln, Pilze ....

Kommt noch die Hitze fürs Backen hinzu, und schon hat man für maximal 1,50 Euro eine Pizza der Luxusklasse, Arbeit nicht mitgerechnet. Man bekommt einen Sinn für den Mehrwert, den Pizzabäcker erzeugen! Doch der eigentliche Reiz, sich selbst an Pizza zu versuchen, liegt natürlich nicht am Preis. Die Synthese von Feuer und Stein des Pizzaofens, von Tomate, Pizzaboden und schmelzender Mozzarella – das ist es, was die Faszination des Selber-Backens ausmacht.

Seit Oktober 2016 gibt es endlich einen Pizzaofen, direkt an der Terrasse von Casa Berti. Im Inneren hat der kreisrunde Ofen einen Durchmesser von 80 cm - genug, um ein heißes Feuer und zwei oder drei Pizzen unterzubringen. Siehe auch: Ein Pizzaofen für Casa Berti.

Eine Delikatesse auch schon vor 130 Jahren


Was sich die jüngere Generation kaum vorstellen kann: Es gab eine lange Zeit, in der dieses ursprünglich neapolitanische Resteverwertungsgericht in Deutschland gänzlich unbekannt war. Diese Zeit währte von der Erfindung der Pizza bis in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Mag sein, dass in Großstädten schon in den 50er Jahren, als massenweise italienische Gastarbeiter ins Land kamen, Pizza gebacken wurde. Aber noch in den 70er Jahren konnte ein Pizzabäcker mit einer Lokalität, die fast nur aus einem Verkaufstresen und einem dahinter befindlichen Ofen bestand, zum Millionär werden.

Schutzheilige der Pizza: Königin Margherita von Italien

Wer die Angebotsvielfalt an Tiefkühlpizza jeder Sorte, an  Stückpizza und allerlei modischen Pizza-Extravaganzen kennt, wundert sich vielleicht über diese Geschichte: Dass sich nämlich die neapolitanische Königsgattin Margherita im späten 19. Jahrhundert Pizza in ihren Palast liefern ließ, die von ganz schlichten neapolitanischen Pizzabäckern hergestellt wurde. Kein Pizza-Hut, keine American, kein Dr. Oetkers und auch sonst kein industriell-nahrungsmittelmäßiger Komplex!

Geben wir es zu, Pizza ist schon ein königliches Gericht, vorausgesetzt, sie wird gut zubereitet. Dazu gehört unbedingt ein dünner Hefeteig (keine Quark-Öl oder sonstige Backpulver-Teigvarianten!), ein heißer Ofen (400 Grad ist bei professionellen Pizzabäckern das Minimum!) und gute Zutaten. Im heimischen Backofen muss man mit vergleichsweise kühlen 250 oder 280 Grad vorlieb nehmen. Es ist zwar nicht das Gleiche wie ein holzbeheizter Pizzaofen, aber es funktioniert auch!